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| Antrag: | Staus vermeiden, Lärm und - Schadstoffe reduzieren, Gesundheit schützen, Stadtraum besser nutzen: Verkehrswende für Rheinland-Pfalz jetzt! |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Karl-Wilhelm Koch (KV Vulkaneifel) |
| Status: | Geprüft |
| Angelegt: | 24.10.2017, 23:35 |
| Antrag: | Staus vermeiden, Lärm und - Schadstoffe reduzieren, Gesundheit schützen, Stadtraum besser nutzen: Verkehrswende für Rheinland-Pfalz jetzt! |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Karl-Wilhelm Koch (KV Vulkaneifel) |
| Status: | Geprüft |
| Angelegt: | 24.10.2017, 23:35 |
Umdenken in der Verkehrspolitik ist unausweichlich
Der Diesel-Skandal hat das Ausmaß der kriminellen Energie etlicher
Verantwortlicher der Autoindustrie zutage gebracht. Die unseligen Verflechtungen
zwischen Industrie, Politik und Kontrollbehörden haben zu einem Betrug
ungeheuerlichen Ausmaßes geführt. Leidtragende sind die Einwohner in den
schadstoffbelasteten Innenstädten und die Dieselauto-Käufer*innen, deren
Vertrauen in die Herstellerangaben missbraucht wurde. Der Dieselskandal hat aber
auch gezeigt, dass unser Mobilitätskonzept in der Politik und in der
Gesellschaft derzeit grundlegend in Frage gestellt werden muss. Nicht einmal
alle modernen EURO 6-Diesel halten die Stickoxid-Grenzwerte im Fahrbetrieb ein.
Aufgrund möglicher Gerichtsurteile nach Klagen der Deutschen Umwelthilfe drohen
in manchen Städten Fahrverbote. Wir brauchen Lösungen, die sich auf einen
stärkeren und vor allem abgasfreien ÖPNV konzentrieren, die Elektromobilität in
den Fokus nehmen und den Fuß- und Radverkehr stärken
Für uns GRÜNE in Rheinland-Pfalz ist schon lange klar: Wir brauchen eine
menschen- und umweltverträgliche Verkehrspolitik, welche die klima- und
umweltschädlichen Emissionen in den Städten senkt, den Lärm reduziert, die
Gesundheit schützt und die begrenzten Mittel effizient einsetzt. Wir wollen
alltagstaugliche Wege entwickeln, um Verkehr zu vermeiden, zu verlagern oder
verträglich abzuwickeln, ohne dass Menschen weniger mobil sein sollen. Dies gilt
für die Städte gleichermaßen wie für den ländlichen Raum.
Schon viel geschafft…
Wir GRÜNE konnten für die Verkehrswende in Rheinland-Pfalz bereits einiges
erreichen:
…und noch viel zu tun:
Die Mobilität steigt, die Herausforderungen wachsen
Es sind noch viele Anstrengungen nötig, um bei gleichzeitig steigender Mobilität
die Verkehrsbedingungen zu verbessern. In Rheinland-Pfalz pendeln täglich 1,1
Millionen Menschen zu ihrem Arbeitsplatz. Und mit insgesamt 75 Prozent liegt der
Anteil der Menschen, die den Pkw nutzen, in unserem Flächenland höher als der
bundesweite Anteil von 68 Prozent. Beim Einpendeln stehen die von
Luftschadstoffen belasteten Städte Ludwigshafen (69 Prozent) und Koblenz (66,5
Prozent) an der Spitze. Zudem wachsen die Städte. Dies bedeutet, dass sowohl in
den Städten aber auch bei den Verkehrsbeziehungen zwischen den Städten und dem
Umland klug investiert werden muss. Wir wollen die Kommunen bei der Erstellung
von Verkehrsentwicklungsplänen unterstützen.
Um die Klimaschutzziele aber auch die Einhaltung der Stickoxidwerte in den
Städten zu erreichen, ist es unabdingbar, dass die Angebote im öffentlichen
Verkehr und im Radverkehr so verbessert werden, dass mehr Menschen noch eher
umsteigen können. Angebot schafft Nachfrage!
Da der Pkw aber in den ländlichen Regionen noch lange nicht vollständig ersetzt
werden wird, muss die Attraktivität der Nutzung von emissionsfreien Autos weiter
gestärkt werden.
Fünf Punkte, für die wir GRÜNE in Rheinland-Pfalz uns einsetzen:
1. Stärkung des ÖPNV
2. Stärkung des Radverkehrs:
3. Stärkung der Infrastruktur für die Elektromobilität
4. Bessere Verknüpfung der einzelnen Verkehrsmittel
Für einen neuen Mobilitätsansatz ist die bessere Verknüpfung (Intermodalität)
der Verkehrsträger unerlässlich, beispielsweise die verkehrsträgerübergreifende
Nutzung von Fahrrädern oder E-Bikes, Bus- und Bahn oder auch Carsharingsystemen.
Dafür ist es unerlässlich, die Digitalisierung in diesem Bereich voranzutreiben.
Denn nur mit digitalen Lösungen, in denen Wegeführung, Verkehrsmittelwahl,
Ticketkauf usw ermöglicht werden, machen intermodales Verhalten attraktiv.
Grünes Ziel ist, den Anteil des Umweltverbundes, also des nicht motorisierten
und des öffentlichen Verkehrs, am Modal Split zu erhöhen. Darüber hinaus sehen
wir auch in einem bedarfsorientierten Carsharing-Angebot oder einem Modell des
„Nachbarschaftsautos“ Maßnahmen, um den Anteil des motorisierten
Individualverkehrs (MIV) am Gesamtverkehr zu reduzieren. Weiterhin werden wir an
den Umsteigepunkten verstärkt die sicheren Unterstell- und Lademöglichkeiten für
Fahrräder und Pedelecs fördern.
5. Fahrverbote vermeiden – Städte bei der Luftreinhaltung unterstützen
Wir setzen uns dafür ein, dass zunächst alle möglichen Instrumente genutzt
werden, um die rechtlich vorgeschriebenen Grenzwerte bei den Stickoxiden und
Feinstäuben für Pkw einzuhalten und die Gesundheit der Einwohner*innen zu
schützen. Die Verantwortung der Automobilhersteller steht dabei an erster
Stelle. Aber auch der Bund ist in der Pflicht, mögliche Abgasstrang-
Nachrüstungen, die den Stickoxidausstoß verringern, im Kraftfahrtbundesamt
schnellstmöglich zu prüfen und zuzulassen. Sollten alle ergriffenen Maßnahmen
dennoch nicht zu einer Einhaltung der Grenzwerte führen, braucht es eine
bundeseinheitliche Regelung, zum Beispiel in Form einer „Blauen Plakette“ für
Benzin- und Diesel-PKW, die die Grenzwerte einhalten. Nur so haben die
betroffenen Städte im Falle gerichtlich verhängter Fahrverbote eine
Handlungsgrundlage. Denn ohne Differenzierungsmöglichkeit droht ein Fahrverbot
für ausnahmslos alle Dieselfahrzeuge. In der Regelung sollte festgelegt werden,
wie eine entsprechende Zone gestaltet wird, wie die Kontrolle erfolgt und welche
Ausnahmen und ggf. Härtefalltatbestände es geben darf. Die Städte dürfen hier
nicht alleine gelassen werden, es wäre unsinnig, wenn es zu unterschiedlichen
Regelungen in unterschiedlichen Städten käme.
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